Plattform für die metallverarbeitende Industrie
Der Dialog zwischen Forschungseinrichtungen und Industrie steht im Mittelpunkt der neuen<br>Fachmesse für Schleiftechnik
Das IFW will seine aktuellen Projekte den Unternehmen vorstellen. (Bild: IFW)

Der Dialog zwischen Forschungseinrichtungen und Industrie steht im Mittelpunkt der neuen
Fachmesse für Schleiftechnik

Vom 17. bis 20. Mai 2022 wird Stuttgart das Mekka der Schleiftechnik und des Superfinishings sein. Denn dann findet die neue Fachmesse GrindingHub des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) in Kooperation mit der Messe Stuttgart und Swissmem statt. Dort steht der Dialog zwischen Wissenschaft und Forschung im Mittelpunkt, unter anderem in der Sonderausstellungsfläche "GrindingSolutionPark". 

Prof. Berend Denkena, Generaldirektor des IFW (Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen) an der Leibniz Universität Hannover und Sprecher der WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik), und Dr. Sebastian Barth, Oberingenieur und Leiter der Abteilung Technologieplanung und Schleiftechnik am WZL (Werkzeugmaschinenlabor) der RWTH Aachen, erläutern, warum sich der Besuch der Messe lohnt. 

Warum beteiligen sich renommierte Hochschulen am GrindingSolutionPark?

Sebastian Barth: "Gerade der Wissens- und Informationsaustausch zwischen Forschungseinrichtungen und Industrie ist uns sehr wichtig. Der GrindingSolutionPark bietet eine ideale Plattform, um zu erfahren, wie unsere Forschung in der Industrie umgesetzt werden kann. Außerdem erfahren wir so, vor welchen Herausforderungen die Industrie steht und wie wir unsere Forschung perfekt darauf abstimmen können." 

Berend Denkena: "Für uns sind die Kontakte mit den Unternehmen eine gute Gelegenheit, zukünftige Forschungsthemen zu erkunden. Wir können unsere Projekte und Innovationen vorstellen und sehen, wie wir mit der Industrie zusammenarbeiten können".

Wie wichtig ist die Schleiftechnik für Sie?

Berend Denkena: "Am IFW ist dies seit Jahren ein Kernthema, an dem heute 15 Personen arbeiten. Das ist gleich die größte Gruppe innerhalb des Instituts. Die Digitalisierung des Schleifprozesses und der Werkzeugherstellung sind dabei zentral." 

Sebastian Barth: "Auch am WZL verfügen wir über langjährige Erfahrung in der Schleiftechnologie. Schwerpunkte sind die wirtschaftliche Verarbeitung innovativer Werkstoffe, die gezielte und ganzheitliche Erarbeitung und Optimierung von Prozessen sowie die Digitalisierung von Schleifprozessen mit Sensoren und smarten Algorithmen."

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Die Digitalisierung des gesamten Produktionsprozesses, einschließlich der Schleiftechnik, bildet die Grundlage des Sonderausstellungsbereichs GrindingSolutionPark. ' (Zeichnung: WZL)

Was sind nach Angaben des IFW die aktuellen Trends?

Berend Denkena: "Der effiziente Einsatz von Energie und Rohstoffen, z.B. beim Werkzeugschleifen, hat höchste Priorität. Es geht darum, das Sintern energieeffizient zu gestalten und dafür haben wir unsere Lösungen. Wir nutzen auch die additive Fertigung. IFW nutzt Simulationen, um Werkzeuge so zu konstruieren, dass die spätere 3D-gedruckte Form exakt den Konstruktionsvorgaben entspricht. Bei der Digitalisierung des gesamten Produktionsprozesses ist die Simulation entscheidend. Auf der GrindingHub werden wir zeigen, wie die Simulation die Flexibilität und Produktivität in der Fertigung erhöht." 

"Auch für bestimmte Teilaspekte innerhalb eines Produktionsprozesses, zum Beispiel beim Schleifen von Werkzeugen, sehen wir in der Digitalisierung die Lösung. Ein Beispiel: Bestimmte Kräfte können beim Schleifen die Werkzeuge wegdrücken und damit die Genauigkeit verringern. Wir zeigen, wie eine intelligente Prozessplanung und der Einsatz einer Schleifspindel mit Sensoren dieses Problem lösen kann."

Wie beurteilen die Mitarbeiter des WZL die Rolle der Digitalisierung?

Sebastian Barth: "Die Digitalisierung spielt eine sehr große Rolle. Ich stelle auch fest, dass künstliche Intelligenz eingesetzt wird, um das Ergebnis eines Prozesses vorherzusagen und die Qualität auf demselben Niveau zu halten, sowie für die sogenannte 'vorausschauende Wartung' von Maschinen. Außerdem ist der Begriff "digitaler Zwilling" hinlänglich bekannt. Die Kombination von Prozessdaten und wissenschaftlichen Modellen bietet die Möglichkeit, Produkte und Schleifprozesse noch besser zu bewerten. Durch eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschungsinstituten wird dieses Potenzial noch besser ausgeschöpft." 

Auf welche anderen Trends konzentrieren Sie sich?

Sebastian Barth: "Das ist sehr breit gefächert: von der Herstellung anwendungsspezifischer Oberflächen bis hin zur Bearbeitung innovativer und komplexer Werkstoffe wie faserverstärkte Hochleistungskeramiken oder nanopolykristalline Schneidstoffe. Ein weiterer Schwerpunkt ist die ganzheitliche Betrachtung von Prozessen, bei denen die Schleiftechnik oft eine entscheidende Rolle spielt. Über den aktuellen Stand der Technik zu diesen Aspekten können sich die Besucher bereits während der GrindingHub am WZL informieren."

Was würdest du gerne auf GrindingHub sehen?

Sebastian Barth: "Ich bin sehr gespannt auf die Innovationen im Bereich der Maschinen, Werkzeuge und Kühlschmierstoffe, freue mich aber auch auf die Highlights des GrindingSolutionPark und auf die Teilnehmer der Schleiftagung, die im Rahmen der GrindingHub veranstaltet wird. Die Verbindung der beiden Veranstaltungen ermöglicht es uns, die Herausforderungen von heute und morgen gemeinsam anzugehen." 

Berend Denkena: "Ich schließe mich meinem Kollegen voll an. Neben den innovativen Werkzeugen bin ich gespannt auf die neuen Entwicklungen im Bereich der Werkzeugmaschinen, z.B. Lösungen für die Komplettbearbeitung und Automatisierung. Darüber hinaus gilt mein Augenmerk dem aktuellen Stand der Technik in der Lasertechnik für den Werkzeugbau, zum Beispiel bei der Bearbeitung extrem harter Schneidkanten."   

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